Über die Seite - Judenfriedhof Mühringen

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Warum mache ich diese Seite?


15 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges und des Nazireiches also 1960 wurde ich in Mühringen geboren.

Als Kind bekam ich vom Jüdischen Friedhof in Mühringen nur etwas mit, wenn die alljährliche Maiwanderung am 1.Mai

zur Ruine Frundeck anstand. Bei dieser Wanderung kommt man automatisch wenn man dem besten Weg folgt am Judenfriedhof vorbei.

Als Kind von max. 5- 6 Jahren fragt man dann wieso ist mitten im Wald ein Friedhof? Wir haben doch einen Friedhof im Ort.

Das ist der Judenfriedhof! Dies war immer die einzige Antwort die kam!

Das Erste mal von Judenverfolgung und der Ermordung von Juden

erfuhr ich ( Wenn man mal von meiner Mutter absieht ) so beiläufig - wie das Thema auch heute immer noch behandelt wird - im Geschichtsunterricht der Schule in Horb.

Doch dies geschah auch nur so nebenbei. Hauptthema des Geschichtsunterrichtes im Bereich 1933 - 1945 war immer die Lage Deutschlands nach 1918 und wie

schlecht es den Deutschen bis 1933 ging. Über die Reichskristallnacht wurde noch informiert doch dann wurden fast nur noch Filme wie " Die Brücke " gezeigt.

Ich gewann mit zunehmendem Alter immer mehr den Eindruck, dass über das Thema Judenverfolgung und Unrecht während der Nazizeit

keiner gerne redet! Dieser Eindruck täuscht bis Heute leider nicht! Als dann 1975 meine "motorisierte" Zeit begann, fuhr ich ab und zu mit meinem Mofa zum

Judenfriedhof und schaute mich dort ein wenig um denn betreten konnte man den damals Friedhof so gut wie nie.

Schon damals ist mir der schlechte Erhaltungszustand des Friedhofes aufgefallen doch auf Fragen diesbezüglich innerhalb der Bevölkerung bekam man keinerlei vernünftige Antwort.

Inzwischen erfuhr ich, das auch nach dem Krieg noch Grabsteine vom Jüdischen Friedhof als Baumaterial verwendet wurden!!

Machen wir nun einen Sprung in die Gegenwart.

Durch die geschäftlichen Tätigkeiten in meiner PC Firma lernte ich u.a. auch Herrn Bernhard Wochner persönlich kennen und auch schätzen.

Durch Ihn bekam ich endlich die Antworten auf meine Fragen. Da Herr Wochner auch den Schlüssel zum Jüdischen Friedhof hat konnte ich im Sommer diesen

Jahres ( 2006 ) zum allerersten mal den Friedhof betreten. Was ich sah gefiel mir überhaupt nicht denn der Zustand ist nur als schlecht zu bezeichnen.

Auf der Rückfahrt dann wollte ich mehr darüber erfahren warum sich niemand um die Erhaltung des Mühringer Judenfriedhofes zu kümmern scheint

Herr Wochner meinte dann man müsse die Verantwortlichen vielleicht ein bisschen anschieben. Es kam mir die Idee einer Internetseite

diese Idee gefiel auch Herrn Wochner und ich beschloss ich, nicht ohne Herrn Wochner um Hilfe zu bitten,

dieses Projekt zu verwirklichen. Es folgte die Suche nach mehr Informationen im Internet in Zeitungen und Büchern.

Doch in den örtlichen Tageszeitungen findet man aber nur Berichte über die jüdischen Einrichtungen von Rexingen und Horb.

Auch seitens der örtlichen Politik finden weder die Mühringer Mikwe die sich im Hause Wurster / Haigis befindet noch der Mühringer Judenfriedhof die

Beachtung die diese Einrichtungen verdienen. Da Mühringen seitens der Horber Regionalpolitik sowieso nicht zu existieren scheint und die meisten Mühringer sich

anscheinend stillschweigend damit abfinden ist es auch kein Wunder, dass sich der Zustand des Friedhofes unbemerkt verschlechtert.

Das hoffe ich mit dieser Seite ein kleines bisschen ändern zu können.

Denn die Juden und ihre Geschichte sind ein Teil der Geschichte von Mühringen und somit auch von Deutschland und das schweigt man nicht tot nur weil

man darüber was wir Deutschen den Juden angetan haben nicht mehr reden will!

Nun noch eine persönliche Anmerkung:

Würde man in den Schulen Deutschlands statt nur Filme wie "Die Brücke" den Film von Steven Spielberg

SCHINDLERS LISTE

zeigen wäre viel gewonnen.


 
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